
Am Samstag, 18. Juli 2026, hob der Ballon um 13:08 Uhr am Startplatz in der Nähe von Bornheim ab und erreichte innerhalb der rund 3,5 Stunden Flugzeit eine maximale Höhe von 33.364 Metern. Dabei legte er eine Strecke von rund 105 Kilometern zurück, bevor die Nutzlast im Raum Freudenberg wieder zur Erde zurückkehrte.
Ein großes Danke an den MFC-Vorgebirge e.V. für die Bereitstellung des Startplatzes und die Gastfreundschaft - auch unter den Modellfliegern gab es einige Interessenten die den Start mit verfolgten - ebenfalls waren von uns aber auch einige fasziniert von den Modellflugzeugen und Hubschraubern.
Wir haben rund 30 Rapports bezogen auf den 2m SSTV Sender erhalten aus ganz Deutschland sowie UK!
Der 3D Flugpfad macht in Google Earth deutlich wie die Flugbahn verlaufen ist, die Daten stammen vom WENET Sender. Durch unterschiedliche Windrichtungen in den Luftschichten ist einen interessante Flugbahn entstanden:

Leider hatte die HD-Videokamera ein Überhitzungsproblem und konnte daher nur die ersten paar Minuten des Aufstiegs aufnehmen. In den Tests am Boden war dies nach der Installation eines Kühlkörpers kein Problem mehr, beim Flug war es in der Styroporbox aber wohl doch wärmer als gedacht.

Die Steigrate lag wie erwartet bei rund 3 m/s. Nach dem Platzen fiel die Payload zuerst relativ schnell, später öffnete sich der Fallschirm jedoch ordnungsgemäß und die Sinkrate normalisierte sich auf etwa 5 m/s.
Im freien Fall wurde in etwa 27 km Höhe eine maximale Fallgeschwindigkeit von 41 m/s gemessen – das entspricht rund 148 km/h!
Die initiale Suche war leider erfolglos: Nachdem Wilfried (DC7WH) und Manuel (DO5TY) bis zum berechneten Landeort in Freudenberg gefahren waren, gab es wegen des Ausfalls einiger Sender keine genaue GPS-Position mehr. In Freudenberg war zudem kein Signal der Payload zu hören.
Daraufhin haben wir mit den verbleibenden OMs am Startpunkt telefoniert und noch eine letzte WENET-Position aus 2,5 km Höhe erhalten. Anhand dieser Daten konnten wir den Landeort genauer berechnen und gelangten so in den Ortsteil Niederheuslingen. Dort war zu unserer Freude das SSTV-Signal laut und deutlich zu empfangen – allerdings weiterhin ohne GPS-Informationen.
Während der ersten Suche vor Ort wurde der AirTag in der Sonde etwa 1 km von uns entfernt geortet. Wir sind sofort zu der angegebenen Stelle gefahren und haben das Areal abgesucht. Zu unserem Erstaunen konnten wir den AirTag dort jedoch nicht finden, obwohl das 2m-Signal bis zu seinem Verstummen weiterhin laut und deutlich war.
Daraus wurde uns klar, dass die Nutzlast sehr wahrscheinlich von jemandem mitgenommen worden war. Dank des verbauten AirTags und der großartigen Hilfe von Frank (DL6DBN) aus dem OV O55 aus der Nähe des Landeplatzes konnten wir die Sonde am nächsten Tag schließlich erfolgreich abholen.
Sein Bericht zur Suche findet Ihr auf der Seite des OV: O55 - Bericht zur Suche der Nutzlast
Wie bereits im April flog auch diesmal wieder eine Radiosonde des DWD mit, die umprogrammiert und mit einer CR123A-Batterie modifiziert worden war.
Die RS41 hat gute Arbeit geleistet und erfolgreich Daten per HorusV3 sowie APRS im 70cm-Band ausgesendet. Leider war die neue Batterie jedoch nicht so leistungsfähig wie gedacht: Beim Abstieg sank die Batteriespannung so stark ab, dass sich die Sonde abschaltete. Somit verloren wir den Kontakt in etwa 17,5 km Höhe um 15:58 Uhr.
In Zukunft werden wir wieder auf zwei Lithium-AA-Batterien oder die bereits im April erfolgreich getesteten Eneloop-Akkus setzen.

Telmetrie Daten im Sondehub.org Grafana
Der WENET-Sender war diesmal das am besten funktionierende System der ganzen Sonde und lieferte während des gesamten Flugs erstaunliche Bilder sowie eine zuverlässige Telemetrie!
Diesmal kam eine neue Kamera (Arducam 16MP) zum Einsatz, die eine noch viel bessere Qualität lieferte als beim Flug in Kassel. Das GPS-Modul funktionierte ebenfalls wie erwartet. Einzig unser ADS-B-Empfänger-Experiment, das auf derselben Hardware lief, war leider „taub“ und verursachte ab und zu einen Neustart des Raspberry Pi.
Das folgende Bild ist unser persönlicher Favorit: Es wurde wenige Minuten vor dem Platzen des Ballons aufgenommen und vollständig empfangen.

Vor Ort in Bornheim hat unsere Empfangsstation unter dem Rufzeichen DO5TY-MAC die zweitmeisten Datenpakete und auch die letzte gültige Position vor der Landung in etwa 2,5 km Höhe empfangen. Durch einen internetfreien Moment aufgrund eines Missverständnisses haben es diese Daten leider nicht ins Online-Dashboard geschafft, wurden dem Suchteam aber per Telefon übermittelt.
Zu unserem Erstaunen konnten wir viele Leute zu Hause, vor allem aber auch direkt vor Ort dazu begeistern, den Empfang von WENET auszuprobieren. So haben zahlreiche Stationen erfolgreich zum Empfang beigetragen!

Telmetrie Daten im Sondehub.org Grafana
In etwa 6,4 km Höhe ist einem anderen OM aufgefallen, dass dort ein Flugzeug zu sehen war. Dieses haben wir per Flightradar ausfindig gemacht: Es flog nur geringfügig höher als der Ballon, aber mit mehr als ausreichendem Sicherheitsabstand.

Hier eine Selektion einiger tollen Bilder der WENET Kamera in voller Auflösung die wir von der SD Karte heruntergeladen haben:
Der SSTV-Sender hat leider nach dem Start kein gültiges GPS-Signal mehr erhalten; der Grund dafür ist uns bisher unbekannt.
Abseits davon hat er 118 Bilder ausgesendet, bis nach der Landung irgendwann der Akku leer war.